Board
Impressum







 







Nach mehreren Anfragen und Diskussionen im Forum, hat mir Stefan Franck eine Erläuterung zu seinem Rieselfilter geschickt.

Auf eine Materialliste wurde bewusst verzichtet, da jeder Aquarianer, der Interesse daran hat diesen Filter nachzubauen, den Filter meist eh an seine eigenen Gegebenheiten anpassen muss. Dies bezieht sich auf alle Maße, die hier genannt werden und evtl. auch auf die Stückzahlen. In diesem Beispiel hat das Aquarium ein Volumen von 450 Liter, das Filterbecken fasst 112 Liter.

Generell zum Filterbecken: dieses sollte mindestens 20% vom Aquarium haben, je größer, desto besser - längere Standzeit.


Aufbaubeschreibung

Um die wichtigste Frage gleich vorweg zu beantworten: dieses System ist absolut auslaufsicher, wenn nicht bei der Kalkulation bzw. der Verarbeitung geschlammt wurde!

 

Der Überlauf- und Rieselschacht

Im Becken wird erst einmal ein Überlaufschacht in einer Ecke eingeklebt. In diesem Fall nimmt er eine Fläche von 15x15x50 cm ein. Die Höhe des Beckens beträgt 60 cm. Auf die Oberkante des Schachtes wird eine Plastiktasche aufgesteckt in der sich der "Überlaufkamm" beweglich in der Höhe befindet. Mit diesem Kamm wird dann der Wasserstand im Aquarium eingestellt.

 



Rieselschacht

 

Einfach gesagt, bestimmt man selber, ab welcher Höhe das Wasser vom Aquarium in den Überlaufschacht rein laufen soll. Das stellt man einmal ein und fertig. Filterkamm, Plastiktasche und das Lochgitter können über einen Aquarienbauer bei der Firma aqua Medic bestellt werden.





Bohrungen



Rieselschacht oben

Am Boden des Schachtes befinden sich zwei Bohrungen, einmal Zulauf und einmal Ablauf. Diese Bohrungen sollten beim Nachbau so einer Anlage auf jeden Fall vom Fachmann gemacht werden. Der Ablauf besteht aus einer PVC-Tankverschraubung und einem Ablaufsieb. Der Zulauf besteht aus einer Tankverschraubung und einem Druckrohr aus PVC, das Wasser aus dem Filterbecken soll ja wieder ins Becken zurück gepumpt werden.

Alternativ könnte das Wasser an einer anderen Stelle eingeleitet werden, aber warum eigentlich nicht gleich den Rieselschacht nutzen? Der Schacht wird bis oben hin mit Biobällen gefüllt.

Das über den Kamm überlaufende Wasser trifft zuerst auf eine Rieselplatte. Diese besteht aus hochgezogenen Löchern, ist beweglich und wenn das Becken nicht ganz gerade steht, kann man sie trotzdem so ausrichten, dass das Wasser gleichmäßig über die Biobälle verrieselt wird und nicht an einer Glaskante herrunter läuft. Somit übernimmt der eigentliche Schacht die Funktion eines Rieselfilters.

 

 

Der Rieselschacht ist für das System sehr wichtig, er erfüllt die folgenden Aufgaben:

  1. auf der Rieselplastikplatte sammeln sich grobe Teile, wie Pflanzenreste oder ähnliches. Die können dann einfach abgelesen werden und kommen gar nicht in den Filter.
  2. Während das Wasser über die Biobälle rieselt erfolgt ein wichtiger Gasaustausch. O2 kommt rein, CO2 geht raus, da es flüchtig ist.
  3. Mit der Zeit bildet sich auf den Biobällen ein Bakterienüberzug, der optimal arbeiten kann, weil er niemals verschlammt und immer "luftig" arbeitet. Der Rieselschacht setzt sich bei dieser Bauweise auch nicht zu, also einmal befüllt und vergessen.

 



Filterbecken eingebaut



Filterbecken bestückt

Der Biofilter

Wie auf den Bildern zu sehen ist, wurde das Becken in 5 Kammern eingeteilt. Wichtig ist hierbei, dass das Wasser in der letzten Kammer (also der Pumpenkammer) über die Glasscheibe läuft! Die Scheiben im Filterbecken sollten auf gar keinen Fall bis an den oberen Rand geklebt werden. Sonst läuft das Becken schon im normalen Betrieb über, und die Hausfrau freut sich. Meines Erachtens nach sollten die Trennscheiben nur so hoch geklebt werden, das der Freibord* bis Oberkante Filterbecken noch locker das Volumen des Pumpenschachtes aufnehmen kann. Dadurch ist eine ausreichende Sicherheit gewährleistet.

* Das Sicherheitsvolumen muss größer sein als die letzte Filterkammer, da noch etwas mehr Wasser nachläuft bis das Druckrohr Luft zieht.

Das Wasser trifft nun durch das Fallrohr in die erste Kammer des Biofilters, diese ist gefüllt mit blauem Schaumstoff. Das Wasser läuft hindurch und läuft unter der nächsten Trennscheibe in die zweite Kammer, die ebenfalls mit blauem Schaumstoff gefüllt wurde. Bei einer Reinigung – die ja eher selten ansteht – kann so der Schaumstoff aus der ersten Kammer gereinigt werden und der Schaumstoff der 2. Kammer in die 1. Kammer gesetzt werden. Das hat den Vorteil, dass das Aquarienwasser mit dem Kot immer auf eine eingefahrene Filtermatte trifft. Die Kammern 3 und 4 können mit anderen Filter-Materialien (z.B. Siporax) und/oder einer Heizung bestückt werden.

In die fünfte Kammer wurde eine starke Pumpe untergebracht, die 2400 Liter/h nach oben pumpt. Die so erzeugte Rundströmung im Becken reicht um den Kot in Schwebe zu halten und über den Überlaufkamm ablaufen zu lassen. Dadurch ist der Bodengrund relativ kotfrei. Er verschlammt niemals und bleibt immer sauber.

Zur Frage, wie die Geräuschentwicklung ist: Geräusche treten im Rieselschacht auf, diese sind aber kaum hörbar. Kritischer ist die Verrohrung zum Biofilter. Jede Ecke, jeder Winkel lässt das Wasser plätschern. Deshalb so kurz wie möglich, am besten direkt in die erste Kammer leiten. Mein System ist insgesamt leise aber nicht geräuschlos.



Biofilter

 

Was passieren kann:

Viel Spaß beim nachbauen! ...über Anregungen und Kommentare würden wir uns freuen. Weitere Diskussionen zum Filter können hier im Forum geführt werden.

 

Dieser Bericht wurde mir von Stefan Franck zur Verfügung gestellt. Text und auch sämtliche Bilder unterliegem seinem Copyright.

 

Kommentar zur Seite schreiben:


Name:

E-Mail:




(c) 2001-2006 africanfish.com Letzte Änderung: 24.05.2005