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Bei der Einrichtung eines Aquarium für ostafrikanische Cichliden ist darauf zu achten, dass Dekorationsgegenstände verwendet werden, die dem Seebiotop am nächsten kommen.

 

  © Copyright by Dirk Lehmann

Gerade beim Bodengrund ist dies besonders relevant und es können schon am Anfang der Einrichtung einige grundlegende Fehler gemacht werden.

In den ostafrikanischen Seen besteht der Bodengrund aus feinem Sand und Felsen. Die Cichliden graben gerne mit viel Ausdauer im Sand und kauen ihn nach fressbarem durch. Es wird auch vermutet, dass dieses Sandkauen eine Bedeutung bei der Verdauung hat, da auch in den Mägen der Fische immer wieder Sand gefunden wurde.

Folglich schauen wir uns das von der Natur ab und verwenden feinen bis mittelfeinen Sand für das Ostafrikaaquarium.

 

Ein grober Kies ist völlig ungeeignet, da sich hier Mulm und Kot der Fische zwischen den Kieseln absetzen würde. Dies hätte zur Folge, dass beim hantieren im Aquarium das Wasser verunreinigt wird und sich so ein Krankheitsherd bildet. Im feinen Sand kann nichts einsickern und Gammelherde werden schon vorab vermieden.

 

Korngrößen

Sand und Kies wird in diesen Korngrößen definiert. Alles was feiner wie ,063 mm gekörnt ist, nennt sich dann schon Schliff und Ton. Ab einer Größe von über 63 mm spricht man von Geröll.

Unten stehende Zeichnung stellt noch einmal alle Bodenarten dar, damit endlich geklärt ist, wann wir von was sprechen. :o)

  Sand  
  - Feinsand: Korngröße ,063 - ,2 mm
  - Mittelsand: Korngröße ,2 - ,63 mm
  - Grobsand: Korngröße ,63 - 2 mm
  Kies  
  - Feinkies: Korngröße 2 - 6,3 mm
  - Mittelkies: Korngröße 6,3 - 20 mm
  - Grobkies: Korngröße 20 - 63 mm

 




Vorsicht geboten ist auch beim Einbringen von speziellen Nährboden ins Aquarium. Nicht nur, dass er eh beim durchbaggern nicht an seinem eigentlich Bestimmungsort bleibt, er kann auch oft sehr scharfkantig sein und die Fischen würden sich u. U. daran verletzen. Auch auf andere scharfkantigen Bodengründe muss unbedingt verzichtet werden.



Mittlerweile werden in den Zoogeschäften spezielle Kies- und Sandsorten angeboten, die für die Ostafrikabecken geeignet sind. Die fragwürdigen bunten Bodengrundmischungen sind mit Vorsicht zu genießen, oft geben diese Stoffe an das Wasser ab, die bedenklich sind. Wer beim Einkauf etwas sparen möchte, wagt einfach mal einen Gang in einen Baumarkt. Hier gibt es beispielsweise den Spielkastensand, der durch seine beige Farbe sehr gut geeignet ist. Allerdings sollte man unbedingt darauf achten, dass er keine Zusatzstoffe enthält, der ein fernhalten z.B. von Katzen verhindern soll. Als nächste Alternative kann auf den Quarzsand zurückgegriffen werden. Hier einfach mal auf die Beutelaufschrift achten. Oft steht "naturbelassen und gewaschen" auf dem Beutel. Na, wenn das nicht genau das richtige ist!? Häufig wurde berichtet, dass er anfängt zu verkleben. Dies passiert nur dann, wenn keine Grabaktivitäten stattfinden. In einem Aquarium, welches mit Sand- und Schneckenbuntbarschen besetzt ist, wird dieser Sand sicher nicht verkleben.



Auch wichtig, die Farbauswahl

Letztendlich ist noch die Farbauswahl ein wichtiges Kriterium. Im See findet man einen beigegrauen Sand vor. Den Fischen wird es zwar recht egal sein, wie der Bodengrund gefärbt ist und dies soll für den Betrachter der Geschmackssache überlassen werden, jedoch sollte der Bodengrund nicht zu hell sein. Beispielsweise der weiße Korallensand würde das Licht zu stark reflektieren und die Fische werden eventuell scheu. Außerdem werden die Farben der Fische sicher nicht gut bei so einer hellen Sandmischung zur Geltung kommen. Bewährt hat sich hier ein beige bis hellbrauner Sand.



Ganz wichtig, da es oft vergessen wird, wie grabwütig gerade Malawiseecichliden sind: Setzen Sie zuerst die Steine ins Aquarium und schütten Sie dann erst den Sand auf. So kann nichts mehr ins rutschen kommen. Damit der Bodenscheibe nichts passiert, legen Sie die untersten Steine auf ein Stück Styropor oder Styrodor.

Noch ein Tipp bezüglich des Kontrastes: Cichliden, welche in einem kontrastreichem Ostafrikaaquarium gehalten werden, zeigen bedeutend besser ihre Farben, als in einem Becken mit wenig Kontrasten. Ein Beispiel, solch einer gelungenen Beckeneinrichtung, sehen Sie auf dem linken Bild.



Sollte noch die Frage offen bleiben, wie hoch der Bodengrund aufgeschüttet werden soll, gibt es wohl kein Patentrezept. Die Schicht sollte nur nicht zu hoch sein, da es dann zu den schon oben angesprochen Gammelherden kommen kann. Im Forum spricht man von etwa 3-5 cm. Dort wo Pflanzen eingesetzt werden, kann etwas mehr Sand liegen und man kann ihnen einen zusätzlichen Halt geben, wenn Kieselsteine herangestellt werden.

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(c) 2001-2006 africanfish.com Letzte Änderung: 24.05.2005