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Africanfish: Cyanobakterien
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Cyanobakterien werden auch Blaualgen genannt, obwohl sie im taxonomischen Sinn nicht zu den Algen gehören und als Bakterien zu den Prokaryoten gezählt werden. Im Aquarium überziehen diese Bakterien sämtliche Gegenstände und Pflanzen mit einem schleimig, blaugrünem Teppich, Pflanzen ersticken darunter. Reißt man diesen Teppich auf, kann man im fortgeschrittenen Stadium einen deutlichen Modergeruch wahrnehmen.

 

  Cyanobakterien im Aquarium

 

Als Ursache für Cyanobakterien galt früher vor allem eine schlechte Pflege des Beckens mit wenigen Wasserwechseln. In diversen Internet-Foren und Newsgroups geht man inzwischen jedoch davon aus, dass es verschiedene Arten von Cyanobakterien gibt, die sich an unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst haben. An dieser Stelle seien einmal die häufigsten Ursachen und Gegenmaßnahmen zusammengefasst und durch eigene Erfahrungen ergänzt:

So kommen Cyanobakterien häufig in frisch eingerichteten Becken vor, da sie hier von dem Phosphat (meist im Leitungswasser) profitieren und schneller "anwachsen" als die meisten höheren Pflanzen. Oft verschwinden die Cyanobakterien wieder, sobald die Pflanzen anfangen zu wachsen und als Nahrungskonkurrent (Nitrat) auftreten.

Weiterhin wurde von starkem Blaualgen-Befall berichtet, wenn in den Becken sehr viele Pflanzen und nur sehr wenig Fische (=Nitratproduzenten) vorhanden sind. Offensichtlich stellen die Pflanzen ihr Wachstum aufgrund des Mangels an Nitrat (=Dünger) ein, während die Cyanobakterien den geringen Nitratanteil zusammen mit anderen Stoffen aus evtl. zugegebenem Pflanzendünger (Eisen, Phosphat) nutzen können. Dies steht in deutlichem Gegensatz zu der früheren Annahme, dass Cyanobakterien nur in altem (nitratreichen) Wasser gut wachsen können, dürfte in dicht besetzten Cichlidenbecken allerdings kaum ein Grund für eine derartige Algenplage sein.

Die Art der Beleuchtung dagegen scheint keinen großen Einfluss auf die Blaualgen zu haben. Lediglich schwache Lampen können den Blaualgen zu Gute kommen, wenn die Pflanzen durch das zu geringe Licht nicht mehr wachsen.

Wird Kies als Bodengrund verwendet, in dem sich mit der Zeit Nährstoffreserven (Kot, Dreck) ansammeln, bilden die Cyanobakterien einen regelrechten Teppich (wie ein Dach) über diesen Stellen und entziehen dem Boden direkt ihre Nahrung. Haben sich die Blaualgen erst einmal im Becken breit gemacht, ist es schwer, sie wieder loszuwerden.

 

Als geeignete Gegenmaßnahmen haben sich erwiesen:


Vorbeugende Maßnahmen gegen Cyanobakterien:


Beckenbiologie (Mittagspause in der Beleuchtung, häufigere Wasserwechsel) führen zu einem guten Erfolg. Normalerweise sollten die Cyanobakterien nach der Dunkelwoche komplett verschwunden sein und durch die Veränderungen im Becken wird ihnen die Wiederansiedlung erschwert. Offenbar reagieren die Bakterien sehr empfindlich auf Änderungen ihres Lebensraumes.

 

Dieser Text wurde mir von Malte Christen zur Verfügung gestellt. Mehr Artikel rund um die ostafrikanischen Cichliden finden Sie auch auf seiner Internetpräsenz.

 

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(c) 2001-2006 africanfish.com Letzte Änderung: 24.05.2005