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Africanfish: Synodontis multipunktatus
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Kurzbeschreibung

BOULENGER, 1898

Habitat: Felsen
Haltung: ab 120cm Beckengröße
Größe: 12-17cm
  © Copyright by Angela Sumner


Deutscher Name: (Vielpunkt) Fiederbartwels, Kuckuckswels

Vorkommen: S. multipunktatus kommt im Tanganjikasee vor, er wurde aber auch in den Zuflüssen des Malagarasiflusses (Tanzania) gefunden. Im Tanganjikasee sind insgesamt sieben Synodontis-Arten bekannt.

Merkmale u. Geschlechtsunterschied: Dieser Synodontis trägt auf seinem silbrig-beigem Untergrund viele, unregelmäßig angeordnete schwarze Flecken. Seine Barteln und die Flossen sind meistens weiß umsäumt und auch der Bauch ist meist weiß gefärbt. Die Weibchen erkennt man leicht an Ihrer Körperfülle, dem Laichansatz. Die Männchen besitzen eine Art 1-2 mm lange Genitalpapille. Weibchen haben an dieser Stelle meist eine leichte Wölbung. Die männlichen Tiere werden etwa 17cm groß, die Weibchen bleiben meist etwas kleiner.

Aquaristische Hinweise: Diesen ansprechend friedlichen Wels pflegt man im Aquarium am besten in einer Gruppe von mindestens 3-5 Tieren. Wie die meisten Welse, zählt auch S. multipunktatus zu den nachtaktiven Welsen, aber auch am Tag wird man ihn auf seinen Streifzügen auf Futtersuche oft zu Gesicht bekommen. An das Futter stellt diese Art keine besonderen Ansprüche, jedoch sollte man beim Kauf von Wildfängen darauf achten, dass sie schon an unsere Futtersorten gewöhnt sind.

Futter: Trockenfutter in Form von Tabletten, Sticks oder Pellets. Schnecken und jede Art Lebendfutter.Untersuchungen des Mageninhaltes von Synodontis multipunctatus durch den belgischen Ichthyologen Max Poll (in den vierziger Jahren) haben gezeigt, dass dieser Fisch sich neben Insektenlarven im wesentlichen von der Tanganjikasee-Schnecke Neothauma tanganyicense ernährt. Der Inhalt bestand aus Weichteilen und Gehäusedeckeln. Der Fisch ist also nicht in der Lage, Gehäuse zu knacken; er "saugt" sie offensichtlich nur aus. Da lebende Neothauma nicht verfügbar sind, ist das Angebot von anderen Schneckenarten, zum Beispiel Posthorn- oder Apfelschnecken, im Aquarium durchaus sinnvoll. Vielleicht ist eine Reduzierung der üblichen (im Aquarium im allgemeinen mühelos zu erreichenden) Futtermenge notwendig, um die Fische zum Fressen von Schnecken zu bewegen. Von den Fiederbartwelsen des Tanganjikasees ist übrigens S. multipunctatus die einzige Art, von der bekannt ist, dass sie in der Natur Schnecken frisst.

Zucht: Dieser Wels wird oft mit dem Namen Kuckuckswels gehandelt, da die Fortpflanzungsweise dem des Kuckucks gleicht. S. multipunktatus schummelt seine Eier den maulbrütenden Cichliden des Sees unter und lässt sie von diesen "Wirten" ausbrüten, man spricht in diesem Fall von einem Brutparasitärismus. Berichten zu Folge geschieht dieses zuschummeln der Eier in einer so enormen Geschwindigkeit, dass der Cichlide so verwirrt ist und nichts von diesem Betrug mitbekommt und in ihrem Maul dann ihre Eier und die des Welses trägt. Da die Welsjungen wesentlich früher schlüpfen, wie die Cichliden finden sie im Maul gleich das erste "Futter". Auch nach dem Entlassen aus dem Maul wird sich das Cichlidenweibchen noch eine Weile um die Welsjungen, im Irrglauben es wären ihre Jungen, kümmern.

Mit den Tanganjikacichliden ist es noch nicht, so ist es mir bisher bekannt, im Aquarium gelungen die Welse auf diese Weise zur Fortpflanzung zu bringen. Allerdings habe ich schon gelesen, dass die Zucht durchaus im Malawi-Aquarium gelungen ist. Ein Grund dafür könnte unter anderem sein, dass die Malawicichliden weniger aggressiv sind wie die Cichliden aus dem Tanganjikasee.

Möchte man diesen Fiederbartwels im Aquarium auf diese Weise zur Zucht bringen, sollte man besser Synodontis multipunktatus mit größeren Cichliden zusammen pflegen. Ein zu kleines Cichlidenweibchen kann bei der Maulbrutpflege an den zu groß werdenden Welsjungen ersticken!

 



(c) 2001-2006 africanfish.com Letzte Änderung: 23.10.2005