Für den Filter wurden noch zwei Löcher oberhalb des Aquariums in die Verkleidung (nicht in den Beton) gebohrt. Das eine Loch dient der Wasserrückführung vom Filter zum Aquarium, in das andere wurde ein Überlaufrohr (Durchmesser 68 mm) installiert. Es verbindet das Aquarium mit dem Vorfilter und am oberen Ende ist ein Schlauchanschluss für einen 4/6 mm Luftschlauch angebracht.
Zeichnung 6 |
Dieser dient dazu, Luft aus dem Überlauf abzusaugen und einen kontinuierlichen Wasserausgleich zwischen Aquarium und Vorfilter sicher zu stellen. Das andere Ende des Luftschlauches befindet sich an dem Diffusoranschluss einer Strömungspumpe und gewährleistet, dass sich in diesem Rohr keine Luft ansammeln kann (siehe Zeichnung 6).
Jetzt ging es endlich an die Dekoration. Verschiedene Händler wurden angeschrieben und angesprochen. Das beliebte jugoslawische Lochgestein sollte zwischen 2,20 DM und 4,- DM bei Abnahme ab einer Tonne kosten. Preisvergleiche lohnen also doch, aber es war mir doch noch zu teuer. Da es in unserem Ort einen Steinbruch für Sandstein gibt, wurde auch hier nachgefragt. Die Palette (etwa 1 Tonne) sollte hiervon 700,- DM kosten und entsprach auch eher meinen Vorstellungen von einem Malawiseeaquarium. Ich fand jedoch noch etwas preiswerteres. Auf der Rückfahrt von Freunden nahm ich einen Bekannten mit und musste einen kleinen Umweg fahren. Auf einem Acker lagen die von mir favorisierten Steine in großen Mengen herum. Ich erkundigte mich sofort im nächsten Ort, wem dieser Acker gehörte und der Besitzer war heilfroh, dass ich mir dort Steine wegholen wollte. Es war ein Baugrubenaushub und die Entsorgung sollte sehr viel Geld kosten. Also wurde der Aushub zunächst auf ein Stück Brachland gekippt und man wollte später sehen was damit passiert. Heute ist der gesamte Aushub bereits verschwunden und vom Besitzer weiß ich, dass auch andere an den Steinen Interesse gefunden haben. Allerdings für ihre Teich- und Gartengestaltung und nicht wie ich für ein Aquarium. Insgesamt holten meine Frau und ich in der darauf folgenden Woche 5 PKW-Anhänger voll von diesen Steinen.
Am Wochenende war dann reinigen und einbringen der Steine ins Aquarium angesagt. Bei den sehr großen Steinen (einige wogen über 100 kg) mussten wieder Freunde helfen. Die Steine wurden im Aquarium aufgestellt und untereinander verkeilt, die oberen zusätzlich mit Silikon verklebt und/oder mit Edelstehlschrauben an den Wänden befestigt, um ein Herunterfallen zu verhindern. Bevor die Dübel in die Bohrlöcher kamen wurde noch Silikon hineingedrückt. Es sollte eventuellen Undichtigkeiten vorbeugen. Auf verkleiden der Seitenwände kann verzichtet werden, da nachdem das Wasser eingefüllt ist, sie nicht mehr eingesehen werden können, liegt wohl am brechen des Lichtes durch das Wasser, bei einem Betrachtungswinkel von 45 Grad. Ich habe es aber auch erst nach befüllen des Aquariums mit Wasser festgestellt.
Nachdem alle Steine ihren Platz gefunden hatten, konnte ich nun mit der Installation der Heizung beginnen. Ich hatte mich für eine Bodenheizung entschlossen, die über die Zentralheizung des Hauses gespeist werden sollte. In einem Baumarkt wurde ich fündig. Die Firma RUG-Aquaplus liefert ein lebensmitteltaugliches Kunststoffrohr für Wasserleitungen. Auf dieses Wasserrohr gibt die Firma RUG Garantie bis zu 80° Celsius und 10 bar Wasserdruck. Da ich in meinem Haus eine Fußbodenheizung installiert habe und diese nur mit 60 Grad Vorlauftemperatur und max. 2 bar Druck gefahren wird habe ich also ideale Vorraussetzungen dafür gehabt. Diese Rohre werden einfach mit Tangit Kleber geklebt und man benötigt keine aufwändigen und teuren Werkzeuge. Die Regelung erfolgt über einen digitalen Temperatur-Regler (Zac Temp plus von Zoo-Zajac) und ein Magnetventil, welches in stromlosen Zustand geschlossen ist. Das Funktionsprinzip ist recht einfach. Der Temperatur-Regler wird einfach an die Steckdose angeschlossen. Man stellt die gewünschte Temperatur (bei mir 24,5 Grad) ein und über einen Fühler wird der Ist- mit dem Sollwert verglichen. Sinkt die Temperatur ab, schaltet der Regler und eine am Gerät befindliche Steckdose wird Stromführend. Das hier angeschlossene Magnetventil zieht an und warmes Wasser kann in den Heizkreislauf gelangen. Wird die eingestellte Temperatur erreicht schaltet der Regler die Steckdose aus, das Magnetventil fällt ab und der Heizkreislauf wird geschlossen. Bei mir schwankt dadurch die Temperatur im Aquarium zwischen 24,2 und 24,6 Grad. Bei einem Defekt an meiner Zentralheizung war das Aquarium 2 Tage ohne Heizung. Aufgrund des großen Wasservolumens und der Isolierung fiel in dieser Zeit die Temperatur nur bis auf 23,9 Grad ab. Auch springt die Heizung im normalen Betrieb dadurch recht selten an.
Nach einer gründlichen Dichtigkeitsprüfung und einem „Trockenlauf" der Heizung von 14 Tagen wurde etwa 250 kg Kies mit einer Körnung von 2 bis 8 mm eingebracht. Ich habe den Kies wegen der Bodenheizung und einer eventuell zu erwartenden Verdichtung, bei einer feineren Körnung, mit Absicht so grob gewählt. Auch dieser recht grobe Kies wird von den Fischen noch mühelos beiseite geräumt, wenn es um Laichvorbereitungen geht und der Aquarienboden gleicht manchmal einer Mondlandschaft.
(c) 2001-2006 africanfish.com
Letzte Änderung: 24.05.2005


