Zeichnung 7 |
Danach konnte endlich mit dem Einkleben der Frontscheibe begonnen werden. Ich hatte beim Betonieren eine Dachlatte in die Verschalung eingearbeitet und somit war schon ein Rahmen in der Seitenwand vorhanden, in die die Scheibe eingeklebt wurde. Als oberen Abschluss hatte ich ein Vierkantrohr aus Edelstahl auf den Betonrand gedübelt (siehe Zeichnung 7).
Die Scheibe (2250 x 900 x 19 mm) wurde mit normalem Aquariensilikon eingeklebt und nach einer Trocknungszeit von einer Woche wurde endlich Wasser eingelassen. Die Klebenaht war natürlich an einer Stelle undicht und das Wasser musste wieder abgelassen werden. Trocknen, Nachkleben und erneutes Befüllen verzögerten das Einfahren des Aquariums nochmals um 14 Tage.
Beim Nachkleben habe ich INOTEC verwendet. Es ist ein Kleber auf Silikonbasis der im Karosseriebau Verwendung findet. Er ist trotzdem Lebensmittelecht und kann sogar unter Wasser benutzt werden.
Er eignet sich also auch für nachträglich im Aquarium zu installierende Gegenstände. Ich habe einen Filterstein der Firma „Back To Nature" in einem laufenden Aquarium eingeklebt. Wasserstand gesenkt, Filterstein an die noch teilweise nasse Scheibe geklebt, kurz anziehen lassen und Wasser wieder eingefüllt. Der Filterstein hält genau so gut als wenn er im trockenen eingeklebt worden wäre und auch die Fische (Neons, Scalare und Apistogrammas) haben keinerlei Schaden genommen. Hier sollte man also nicht unbedingt auf den Preis sondern mehr auf die Qualität achten.
Heilig Abend 2000 wurde erneut Wasser eingelassen und diesmal war alles dicht. Nach einer Woche Probelauf wurde das Wasser abgelassen um vorhandene Schmutzpartikel und Ausdünstungen der Farbe und des Silikons zu entfernen.
Anfang Januar, also ca. 8 Monate nach dem ersten „Spatenstich", wurde dann das Wasser eingelassen und, mit Badehose und Taucherbrille bekleidet, die Pflanzen eingesetzt. Es waren 20 Töpfe Microsorium pteropus, 20 Töpfe Anubias barteri var. nana, 10 Töpfe Anubias barteri var. barteri, 2 Töpfe Anubias congensis, eine Mutterpflanze Anubias barteri var. barteri, 6 Töpfe Bolbitis heudeloti und 20 Pflanzen Cryptocoryne aponogetifolia. Die Anubias, das Microsorium und die Bolbitis wurden zwischen den Steinaufbauten eingeklemmt oder aufgebunden. Die Cryptocorynen sind in vorher an den Steinen unsichtbar angebrachten Pflanzschalen, bzw. auf die an der rechten Seite höher betonierte Terrasse, gesetzt worden. Die Bolbitis hat sich leider nicht bewährt und ist eingegangen. Alle anderen Pflanzen treiben aber trotz der recht spärlichen Beleuchtung ständig neue Blätter und auch Ableger.
Es wurden 5 Strömungspumpen installiert. Eine läuft ständig und sorgt außer für Wasserbewegung dafür, dass die Luft aus dem Überlaufrohr gesaugt wird. Die anderen 4 wurden an die Zeitschaltuhren angeschlossen und sorgen für wechselnde Strömungen im Aquarium. An einen Schnellfilter angeschlossen, kann man damit dann auch mal schnell irgendwelche Schwebstoffe aus dem Aquarium entfernen.
Der Vorfilter wurde mit Wasser gefüllt, die Luft aus dem Überlaufrohr abgesaugt und der Filter in Betrieb genommen. In der letzten Filterkammer befindet sich eine Eheim Universalpumpe mit einer Leistung von ca. 2280l/h, die das gefilterte Wasser ins Aquarium zurück befördert. Sinkt der Wasserstand in dieser Filterkammer sehr stark in kurzer Zeit ab, ist es ein sicheres Anzeichen dafür, dass ich den Vorfilter mal wieder reinigen muss. Das kann im Übrigen zusammen mit einem Wasserwechsel erfolgen, da genügend Filterbakterien im eigentlichen Filter zurückbleiben. Wasserwechsel können bei so einem großen Aquarium auch seltener erfolgen. Ich wechsel alle 3 Monate etwa 3000 Liter. Die Wasserwerte haben sich trotz der vielen Fische bis dahin kaum zum negativen verändert. Sie sind immer noch besser als bei meinen kleineren Aquarien nach 2 Wochen.
Mitte Januar 2001, also nach 2 Wochen Einlaufzeit, wurden die ersten Fische eingesetzt. Es waren einige meiner Nachzuchten von Fossorochromis rostratus und Pseudotropheus sp. tropheops „Red Fin". Sie mussten als Dummies herhalten, da sich ja Gifte in den Steinen oder in der Farbe hätte befinden können. Als sie sich Anfang Februar immer noch in bester Gesundheit befanden, wurden auch die anderen Fische hinzugesetzt. Eingesetzt habe ich 140 Fische unterschiedlichster Art und mittlerweile sind es wohl mehr als 200. Es haben sich ausnahmslos alle Arten bereits vermehrt und der Nachwuchs muss ständig herausgefangen werden. Es befinden sich auch sogenannte Fischräuber (Exochochromis anagenys und Dimidochromis strigatus) unter den Insassen, aber auch von denen werden die Jungen in Ruhe gelassen.
Dieses Aquarium läuft also nunmehr fast 2 Jahre und obwohl wir noch ein 840l Aquarium im Wohnzimmer haben, sitzen meine Frau und ich auch viele Stunden im Keller.
Als begeisterter Aquarianer versucht man natürlich ständig etwas Neues. Da mein Keller aber nun mit mittlerweile 18 Aquarien vollkommen ausgelastet ist muss ich mir halt was Neues einfallen lassen. Als nächstes plane ich den Wasserwechsel sinnvoller und effektiver zu gestalten. Das Wasser aus dem großen Aquarium verwende ich im Sommer zum Blumen gießen und zum Auffüllen des verdunsteten Wassers aus dem Gartenteich. Im nächsten Jahr möchte ich das Wasser in eine Regenwasser-Sammelanlage leiten um es zusätzlich noch zur Toilettenspülung benutzen zu können. Man kann das ganze dann dahin steigern, dass der Wasserwechsel ganz automatisch von statten geht und ständig Frischwasser dem Aquarium zugeführt wird, sobald jemand die Toilette benutzt hat. Im Moment grübele ich darüber nach, wie das bei den kleineren Aquarien funktionieren könnte, denn beim Großen ist es kein Problem.
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Letzte Änderung: 24.05.2005

