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04.09. Samstag

Pünktlich um 3.00 Uhr morgens klingelt der Wecker. Nach einem guten Frühstück bestehend aus Bratkartoffeln und Minutensteak (man weiß ja nie, wann man in Afrika wieder was vernünftiges bekommt) kommen meine Mum und ich 4.20 Uhr am Flughafen an. Nachdem Gerd und Frau etwas später eintreffen, geht es dann zum Einchecken. Erster Schreck! Bei erlaubten 20 kg Gepäck, hat meine Tasche über 12 kg und meine Box über 15 kg. Zum Glück ist es noch sehr früh, oder warum fällt dies nicht auf? Egal, 6.20 Uhr starten wir wie geplant und kommen auch genau 1 Stunde später in Amsterdam an. Jetzt heißt es die 3 Stunden bis zum Weiterflug totschlagen. Wir machen einen kleinen Rundgang an den Flughafengeschäften vorbei, trinken etwas und versuchen ein funktionstüchtiges Telefon zu finden, dass sich noch mit Münzen zufrieden gibt, denn die extra für die Reise angeschaffte Visa Karte bringt beim Versuch zu telefonieren nicht den erwünschten Erfolg. Gegen 9.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zu Gate E20. Dort treffen wir dann auf Wolfgang und Wilfried, mit denen wir die weitere Reise verbringen werden. Für mich ist es der erste Kontakt mit den Beiden, da ich sie vorher noch nicht kennen gelernt habe.

Es ist 9.35 Uhr, eigentlich sollten wir jetzt einchecken können, aber es tut sich nichts. Warum, erfahren wir um 10.20 Uhr mittels einer Durchsage, die uns auffordert zu Gate E4 zu kommen. Was wir natürlich kurzentschlossen annehmen. Als wir dann so ca. 10 Minuten später im Flieger sitzen, geht es auch gleich los. Wir hätten also ruhig mal auf diese anscheinend nicht so überflüssigen Monitore schauen können, die uns dann klargemacht hätten, dass das Gate getauscht wurde; gut, beim Rückflug sind wir dann schlauer. Nach einer guten Stunde Aufenthalt in Cillimanjaroh, den wir im Flieger verbringen dürfen, kommen wir 21.00 Uhr (MEZ) in Dar Es Salaam an. Hier sind sie eine Stunde vor, d.h. 22.00 Uhr. Kaum das Flughafengebäude verlassen, machen wir gleich Bekanntschaft mit der afrikanischen Fürsorge; die so aussieht, dass sich alle Taxifahrer im Umkreis von 100 Metern auf dich stürzen. Die Autos, allerdings nicht gerade die gewohnten ockerfarbigen deutschen Modelle, eher das beim TÜV durchgefallene koreanisch-japanische Modell. Dennoch gelingt es uns nach einer Weile alles einigermaßen so zu koordinieren, dass Wilfried, Gerd und ich samt unserem Gepäck im Peacock Hotel ankommen. Von Wolfgang trennen wir uns, da er sich in einem anderen Hotel mit einem Freund trifft, um am nächsten Tag gemeinsam zu dessen Haus nach Mbeya zu fahren. Dort will er alles für unsere Weiterfahrt mit dem Auto organisieren. Zu dritt verbringen wir bei Bier und Cola noch einige Zeit an der Bar im siebten Stock des Hotels, bis wir dann gegen halb eins ins Bett fallen.

 

05.09. Sonntag


Heute heißt es erst mal ruhig eingewöhnen. Es ist Sonntag und wir können eh nicht viel tun. Also machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Unser erstes Ziel: der "Botanischen Garten", der nicht viel größer ist als ein Fußballfeld. Zu sehen sind verschiedene Sorten von Palmen und Sträucher, sowie ein Bambus.

 




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Später finden wir uns dann am Indischen Ozean wieder. Für mich, wenn ich ehrlich bin, etwas enttäuschend, was die Bilder wohl bestätigen dürften. Das Wetter sehr bewölkt und nicht gerade heiß, dazu der durch die Ebbe freigewordene Algengeruch in der Luft. Tja, und der Ozean erinnerte mich auf einmal eher an die Nordsee. Aber ich war ja nicht wegen dem Indischen Ozean hier!

Interessanter für mich ist da schon der Schnitzermarkt, den wir anschließend besuchen. Kleine Hütten gefüllt mit menschlichen und tierischen Figuren und Skulpturen aus Holz. Alles natürlich handgemacht, echt beeindruckend. Etwas nervig, die sich immer wiederholenden Wörter wie: "welcome my friend", "free locking", "nice price", etc.

 

06.09. Montag

Am Morgen machen wir uns als erstes auf, um unsere mitgebrachte Sauerstoffflasche füllen zu lassen. Denn was bringen uns die schönsten Fische, wenn sie in den Tüten keine Luft bekommen? Das Problem, sie wird nur auf 130 Bar gefüllt, nicht auf die zugelassenen 200 Bar. Wie man uns erklärt, hat das mit der Wärme in Afrika zu tun, mehr würde sie nicht aushalten. Gut, das müssen wir so hinnehmen und planen gleich ein, auf dem Rückweg noch mal herzukommen.



Wegen der Fang- und Exportlizenz fahren wir dann noch zum Amt für Fischerei. Wie wir auch später noch merken sollen, sind tansanische Beamte teils aus dem gleichen Holz geschnitzt, wie ihre Kollegen in Deutschland. Um es kurz zu machen, wir sollen ein Formular ausfüllen und morgen wiederkommen, etwa gegen 9.00 Uhr, dann wäre auch der Direktor da, und würde sich unserer annehmen. Ohne dieses Formular bekommen wir später am See auf keinen Fall eine Fangerlaubnis oder etwas vergleichbares. Gut, dann halt nicht. Unsere Tickets für den Bus morgen früh um 7.00 Uhr stehen und noch einen Tag wollen wir uns hier auch nicht rumschlagen.
Um 13.00 Uhr sitzen wir bei uns im Hotel und essen Mittag. Gerd entschließt sich im Hotel zu bleiben, während Wilfried und ich einen 3½-stündigen Spaziergang machen. Inklusiv ist dann noch der 25-minütige Frisörbesuch von Wilfried, der ihm außer den 1000 Schilling auch etwa 95% seiner Haarpracht kostet.

Ein paar Meter weiter kommen wir dann zu einer  "Straßen- gärtnerei", wie es sie öfter mal an den Straßen zu sehen gibt. Blumentöpfe werden einfach durch Plastiktüten ersetzt. Wenn ich mich auskennen würde, könnte ich nun wohl mindestens 20-30 Pflanzensorten namentlich erwähnen, denn so viele werden hier wohl mindestens angeboten.

 

 

 

07.09. Dienstag

Obwohl wir gestern an der Rezeption gebeten haben, uns um 5.00 Uhr zu wecken und ich auch noch ein zweites mal da war, bleibt das Telefon um still. Das ist Afrika, na herzlichen Glückwunsch! Gut nur, dass wir keine ganz so ruhige Nacht hatten, daher haben wir dann auch ohne Wecker nicht verschlafen. Auch das Frühstück heute, hatten wir extra für früher bestellt. Alles kein Problem! Gut, wir sind in Afrika und es ist doch eins. Mit etwas heißem Tee, Möchtegern-Hörnchen und harter Butter müssen wir uns dann auch schon begnügen. Ach ja, Toast gibt es auch, nur kommt der "Koch" mit dem Toaster nicht ganz klar. Es ist unglaublich!

6.50 Uhr fährt dann aber der Bus in Richtung Mbeya pünktlich los. Auf der Strecke durchqueren wir einen Nationalpark und bekommen Giraffen, Zebras, Elefanten, Antilopen und Affen zu Gesicht. Die Landschaft mit ihren verschiedenen Kulissen ist während der gesamten Fahrt überwältigend.





 

Gegen 17.30 Uhr kommen wir in Mbeya an und werden von Wolfgang mit dem geliehenem Jeep abgeholt. Meine Glücksgefühle bei dem ersten Kontakt mit dem Ding, das uns nach Kipili bringen soll, halten sich doch sehr in Grenzen. Wir werden von Wolfgang in unsere Unterkunft gefahren, checken ein und fahren dann ins Krankenhaus zu Christoph, dem Freund von Wolfgang, der dort an einer AIDS-Studie teilnimmt und uns kurz herumführt. Später am Abend finden wir uns auf Christoph wartend in seinem Haus wieder. Anschließend sitzen wir alle beim Abendessen zusammen in einem Restaurant.

 

08.09. Mittwoch


Diesmal gaben wir dem Nachtwächter des Karibuni Centers am Vorabend 500 Schilling in die Hand und siehe da, pünktlich um 6.00 Uhr werden wir von ihm geweckt. Nach einer Tasse Tee beginnen wir unser Gepäck in und auf dem Wagen zu verstauen. Viel Freiraum haben wir am Ende nicht mehr, aber die Hauptsache ist, dass wir alles sicher untergebracht haben. 7.30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Sumbawanga. Nach den ersten 100 km verabschieden wir uns von der Asphaltstraße, ab jetzt geht es nur noch auf der Sandpiste weiter. Während der Fahrt halten wir in der Nähe einer kleinen Siedlung an, um Benzin nachzufüllen. Da wir keinen Trichter haben, muss eine Wasserflasche leergetrunken werden, damit wir den oberen Teil abtrennen können. Dann fährt Wolfgang den Wagen noch ein Stück weiter an die Seite, damit er mehr Schräglage bekommt. Ansonsten wäre es mit dem Füllen etwas schwieriger geworden. Zu guter letzt soll ich dann noch ein Bild von Wolfgang mit den Kindern im Hintergrund machen. Ich sag, dass die ein bisschen unscharf seien, worauf er antwortet: "Ein bisschen unscharf ist scheiße". Eine Aussage, an die Gerd und ich uns im Laufe der Reise gerne zurückerinnern. *g*




 

In Sumbawanga um 16.00 Uhr angekommen, nehmen wir gleich Kurs auf die Tankstelle, um Tank und Kanister wieder zu füllen. Da wir noch gern einen Keilriemen in Reserve haben wollen, fahren wir eine kleine Werkstatt an. Kurzerhand haben die den heilen Riemen ausgebaut, da sie nur so sehen können welcher Typ das ist. Na ja, Typ ist egal, Wolfgang und ich ziehen dann mit Patrick, ein Mechaniker der Werkstatt, und dem Keilriemen als Muster los, um einen zweiten zu besorgen. Ich glaube beim vierten oder fünften Lädchen, sind wir dann fündig geworden. Als wir wieder kommen, hatte man Gerd und Wilfried schon zwei Stühle bereitgestellt. Nun schnell zum Markt und ein paar Sachen eingekauft: Kochbananen, Karotten, Apfelsinen, Reis, Papaya. Wir wissen ja nicht wann wir wieder diese Möglichkeit haben. Um 22.00 Uhr gehen wir in einer kirchlichen Einrichtung ins Bett.

 

09.09. Donnerstag


Nachdem wir um 6.00 Uhr aufgestanden sind, machen wir uns um 7.00 Uhr mit dem Auto auf den Weg nach Kipili. Auf ungefähr halber Strecke erreichen wir Namanyere, wo wir zur Behörde wollen, um uns eine Fanglizenz zu besorgen. Mitten im Ort, an einer etwas ruhigeren Stelle steigt Wolfgang aus dem Auto, um sich sein Hemd anzuziehen, wie es sich ja für einen Behördengang gehört. Gerade als er oberkörperfrei auf der Straße steht, kommt ein mit Polizisten besetzter Jeep vorbei und fragt uns gleich, ob wir irgend welche Probleme haben. Natürlich nicht. Als wir uns dann zum Büro durchgefragt haben, beginnt für Wilfried und mich der langweiligste aber zugleich auch aufregendste Teil der Fahrt; 2½ Stunden im Auto sitzen, warten und hoffen. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir ohne diese Fangerlaubnis echt alt ausgesehen hätten und es wohl sehr schwierig geworden wäre auch nur einen einzigen Fisch mit nach Deutschland zu bringen.

9.45 Uhr gehen Gerd und Wolfgang dann ins Gebäude, wo sie von einem Büro ins andere weitergeleitet werden. Das Interessante: in jedem Büro müssen sie sich in ein Gästebuch eintragen, erzählen warum sie da sind und bekommen vom gegenübersitzendem Beamten gesagt, dass er gar nicht zuständig wäre, er sie aber an seinen Kollegen weiterleiten werde. Nach drei oder vier mal sind sie dann auch endlich beim Direktor, wo die Anfangsprozedur genau so aussieht wie in den Büros zuvor. Beim Direktor sind sie übrigens keine ganze Stunde, trotzdem hat die gesamte Angelegenheit 2½ Stunden gedauert. Nach einem kleinen Abstecher ins etwa 300 Meter entfernte Nachbarbüro, fahren wir um 12.45 Uhr ab und kommen gegen 15.30 Uhr in Kipili an.




 

Mit der Befürchtung in irgendwelchen Bretterhütten schlafen zu müssen treffen wir nicht ins schwarze, sondern voll daneben. Was wir sehen, während wir auf dem Gelände des Klosters eintreffen, ist mit Abstand luxuriöser als das, was wir erwartet hatten.

Am späteren Abend treffen dann Stefan, ein Arbeitskollege von Wolfgang, und dessen Nachbar Markus mit der Liemba ein. Die beiden waren schon mehrere Wochen unterwegs und wollen nun ein paar Tage mit uns am See verbringen.




 

 

10.09. Freitag /11.09. Samstag


An diesen beiden Tagen machen wir erst mal ganz in Ruhe die nähere Umgebung Kipilis unsicher. Wobei wir schon einige Fische fangen und damit erstmals unsere Hälterungs- vorrichtungen auf die Probe stellen.

 

12.09. Sonntag

Gegen 8.00 Uhr machen sich Stefan, Markus, Wilfried und Wolfgang mit dem Wagen auf den Weg zum Katavi Nationalpark, wo sie dann zwei Nächte verbringen wollen. Gerd und ich starten unseren ersten Tagesausflug zu einer kleinen Insel etwas weiter draußen im See. Mit dabei, neben unserem Fahrer, natürlich Goma, der für unser Leibliches Wohl sorgt. Ach ja, selbst so weit draußen isst man von Welt nicht nur mit Messer und Gabel, nein auch mit Tisch und Stuhl. Afrika, unglaublich! *g*

 

13.09. Montag

Wir sind noch immer nur zu zweit und fahren heut mehrere Inseln ab. An verschiedenen Stellen springen wir dann mal ins Wasser, um ne kleine Runde zu Schnorcheln. Für den Fall das uns ein Fisch anlächelt...

                                                  ...wird der gefangen! *g*

 

14.09. Dienstag


Das "Inselspringen" geht eigentlich weiter wie am Vortag. Wie ich finde erwischen wir dieses mal eine der schönsten Stellen.

Gerd und ich sind schon beim Essen, als Wolfgang und Wilfried tatsächlich noch eintreffen. Es ist so gegen 20.00 Uhr, stockfinster und wirklich mit ihnen gerechnet haben wir nicht mehr. Stefan und Markus haben sie in Namanyere abgesetzt, da sie sich am nächsten Tag auf den Heimweg machen wollen.

 



 

 

15.09. Mittwoch

So gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Cap Mpimbwe. Da die Fahrt dorthin ca. drei Stunden dauert, nehmen wir uns vor dort zwei Nächte zu verbringen. Ich wollte gerade "in Zelten verbringen" schreiben, aber Wolfgang entschließt sich, da er keines besitzt, unter freiem Himmel zu schlafen. Als ich am Abend ins Zelt steig und kurz davor diese nette "kleine" Spinne sehe, bin ich für meinen Teil sehr glücklich ein Zelt zu haben. Er könnte ohne Probleme auch bei Wilfried mit rein, aber er will nicht.


 

16.09. Donnerstag

Diesen Tag verbringen wir dann ganz in Cap Mpimbwe, wo wir uns dann zum größten Teil an die Cyanostictus eretmodus machten. Ich mache dann noch die Bekanntschaft mit einer Wasserkobra, die ca. einen Meter unter mir durchschwimmt. Die Begegnung war zwar kurz, reicht mir aber durchaus.

Morgens erzählt Wolfgang noch von der vergangenen Nacht und dem nicht aufhörenden Gekrabbel unter seiner Plane, denn eine Isomatte oder Luftmatratze hat er nicht. Unglaublich, ich wäre durchgedreht! In der folgenden Nacht ist hiervon aber nichts mehr zu merken.




Cap Mpimbwe

 

17.09. Freitag


Nach einem fehlgeschlagenem Versuch, von Wilfried und Wolfgang, mit dem Stellnetz Petrochromis zu fangen, machen wir uns um 12.30 Uhr in Richtung Kipili auf. Wie wir dann feststellen müssen, kann man irgendwie auch hier auf dem Tanganjikasee leicht seekrank werden.

Abends kommen dann Christoph, Tobias und Asefever auf zwei Motorrädern an. Die Fahrt zu zweit auf einem Motorrad war so anstrengend, dass Asefever auf dem Rückweg mit uns im Bus fahren wird.

 

18.09. Samstag

Heute fahren wir mit allen noch mal an die schönen Stellen, wo Gerd und ich am Dienstag schon waren. Weiter passiert heute nichts Nennenswertes, außer das heute wieder unser Lariam-Tag ist. Lariam ist das Medikament für die Malariaprophylaxe, dass wir einmal die Woche einnehmen müssen. (Aber selbst das ist nun mehr ein Zeilenfüller, da mir für diesen Tag nicht mehr einfällt. *g*)

 

19.09. Sonntag


Wenn ich bis gestern noch von der schönen Stelle am Dienstag schwärmte, dann bin ich seit heute davon ab.

Denn heute kommen wir zu zwei Stellen, die landschaftlich und fischmäßig doch noch ein klein wenig mehr zu bieten haben.

 

Ein Fall für: Unglaublich!

 

 




 

Um 13.00 Uhr befinden wir uns bei Goma zu Hause, der uns zum Essen einlädt. Reis, Spagetti, Fisch und Huhn scheinen hier wohl echt was besonderes zu sein. Die Zubereitungsweise ist dann auch die gleiche, die wir schon von den Mönchen her kennen. Da sieht das Mittagessen genauso aus wie das Abendbrot: Reis, Fisch, dazu im Wechsel Bohnen oder Kohl. Zur Abwechslung wird dann manchmal noch zusätzlich Spagetti, Ugali und Huhn gereicht. Aber ich will hier nicht meckern, denn wir sind bis zum Schluss froh, dass wir abends immer satt ins Bett gehen können.

 

20.09. Montag

Dies ist der letzte Tag für Christoph, Tobias, Asefever, Wolfgang und mich, daher machen wir keine großen Sachen mehr und genießen unseren letzten vollen Tag in Kipili. Da wir wegen der Exportlizenz in Dar Es Salaam noch zum Amt müssen, fahren Wolfgang und ich schon früher los, unsere Fische kommen dann mit Wilfried und Gerd zusammen in drei Tagen nach.

 

21.09. Dienstag


Der große Tag Abschied zu nehmen, dabei werd' ich erst in einer Woche in Deutschland sein. 7.15 Uhr bringt Wilfried, Wolfgang, Asefever, mich und Bruder Damian, einer unserer Mönche aus dem Kloster, ins Nachbardorf. Von hier startet der Bus pünktlich um 8.00 Uhr nach Sumbawanga und kommt 5½ Stunden später an. Während der gesamten Fahrt habe ich das Fenster auf, was bei Geschwindigkeiten von ca. 80km und teilweise auftretenden Staubwolken nicht gerade angenehm ist. Das Problem; erst ging es nicht vernünftig auf, nun geht es nicht mehr zu.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt und in einem Restaurant etwas gegessen haben, zeigt Damian mir ein Internet Café, von wo aus ich dann zum ersten mal wieder ein Lebenszeichen nach Hause schicken kann. Anschließend machen wir einen kleinen Marktbesuch und fahren mit einem Taxi zu ihm ins Kloster, wo wir etwas trinken und einen kleinen Rundgang machen.

 

22.09. Mittwoch



Um 7.00 Uhr startet die Abfahrt in Richtung Mbeya, wo wir nach einer einstündigen Reifenpanne (bei der Fahrweise wirklich kein Wunder) 7½ Stunden später ankommen. Wir machen uns gleich auf dem Weg zu Christoph, der uns in Sumbawanga seinen Schlüssel gab, und duschen erst mal den ganzen Staub der Busfahrt von uns.

 

23.09. Donnerstag

Wir fahren wieder pünktlich um 7.00 Uhr los. Während der Fahrt beginnen wir abwechselnd mit dem Lesen des Buches "Die letzten ihrer Art". Das ist in sofern erstaunlich, da ich außerhalb der Schule, nie ein Buch in die Hand genommen habe. Um 18.30 Uhr kommen wir dann in Dar Es Salaam an, wo uns der Taxifahrer sofort mit dem gewohnten Verkehrschaos vertraut macht.

 

 

 

 

24.09. Freitag



Während wir pünktlich um 8.00 Uhr auf der Behörde sind, dürften hunderte Kilometer entfernt Gerd und Wilfried gerade anfangen, sich mit den Fischen zu beschäftigen. Wie man uns dann im Büro mitteilt, dürfen wir in einer Stunde wiederkommen, denn die Besuchszeit beginnt erst um 9.00 Uhr. Wir vertreiben uns also die Zeit und stehen eine Stunde später wieder auf der selben Matte, erklären der guten Frau alles haargenau und werden dann von ihr, an ihre Kollegin weitergeleitet, die am anderen der zwei Schreibtische in diesem Raum arbeitet. Ihr darf Wolfgang dann noch mal die gesamte Story erzählen. Obwohl alles was wir bisher an Papieren erhalten haben, sowie das eigentlich genehmigte Fangen, illegal sind, da wir ja nur ein Touristenvisum hatten, versucht sie uns gütiger Weise zu helfen. Na danke! Mit einem Visum, wie wir es haben, darf man keine Arbeit vollrichten, selbst wenn sie nur einem selbst dient und nicht bezahlt wird. Wir sollen also einen Brief mit der Aussage, dass wir Fische für private Zwecke ausführen möchten, an den Direktor schreiben. Außerdem benötigen wir dann noch ein paar Kopien von unseren "Erlaubnissen" für ihre Unterlagen und als Anhang für den Brief. 30 Minuten später stehen wir wieder auf der Matte, schlagen uns zum Direktorbüro durch, um den Brief abzugeben, und machen uns 10.30 Uhr auf den Weg nach Sansibar.

Auf dem Weg zum Hafen werden wir gleich von einem Mann angesprochen, als ob man uns ansieht, dass wir nach Sansibar wollen. Er erzählt uns, er habe ein super Schiff und dies bräuchte 3½ Stunden. Wir buchen die Fahrt, die uns pro Person 15$ kostet, nachdem er uns ca. 200 Meter weiter begleitet/verfolgt an dem zweiten Stand seiner Rederei.

Auf der dann fünfstündigen Überfahrt lernen wir Daniella und Basti, zwei Deutsche, kennen. Im Hafen von Sansibar warten schon zwei Bekannte auf die Beiden, die netter Weise auch uns mitnehmen. Sie fahren uns zu einem Tauchladen, wo Wolfgang zwei Tauchgänge für sich bucht. Da mir das Schnuppertauchen zu teuer ist, entschließe ich mich morgen nur mit- zufahren und zu Schnorcheln. Ein paar Meter vom Laden entfernt checken wir dann im "Karibu Inn" ein. Später am Abend treffen wir uns alle im Jamituri Garden. Hier gibt es Grill- und Getränkestände. Vorzugsweise werden hier Fischspieße verschiedenster Art angeboten. Mein Abendbrot besteht aus Hai, Thunfisch, Barakuda und natürlich Pommes.

 

25.09. Samstag



Um 9.00 Uhr finden wir uns im Tauchladen wieder, wo wir und die anderen Teilnehmer unsere Ausrüstungen zugewiesen bekommen. Nach einem kurzen Gang an den Strand, steigen wir aufs Boot und fahren zwei Stellen ab, um dort zu Tauchen und zu Schnorcheln.

Um 14.00 Uhr sind wir zurück und machen uns auf den Weg zum Markt, da hier die Dalla Dalla abfahren. Ein Dalla Dalla ist eine Art Bus, der längere Entfernungen zurücklegt und mehr Personen befördern kann, als man denken würde. Uns zieht es nach Nungwi, ein Dorf im Norden der Insel. Für weniger als 2,- € kommen wir beide dort nach einer eineinhalbstündigen Fahrt an. Dort suchen wir uns zuerst eine Unterkunft und anschließend eine Gelegenheit für Wolfgang am nächsten Morgen einen weiteren Tauchgang zu erleben.

Schon auf dem Weg ins Hotel sahen wir Schilder ,die auf ein Aquarium wiesen, gespannt was dahinter stecken könnte, machen wir uns auf den 20-minütigen Fußmarsch. Angekommen zahlen wir zusammen ca. 4,- € für einen großen und meerwasserhaltigen Gartenteich mit Schild- kröten. Tja, wir sind halt noch immer in Afrika! *g*




 

 

26.09. Sonntag


Wolfgang steht gegen 7.00 Uhr auf, da er um 8.00 Uhr bei der Tauchschule sein soll. Ich lass mir mit dem Aufstehen etwas mehr Zeit, geh in aller Ruhe Frühstücken und gebe unseren Schlüssel ab. Mit unseren zwei Rucksäcken, die für Sansibar unser gesamtes Gepäck darstellen, setze ich mich auf die Veranda eines Restaurants und beginne die letzten vergangenen Tage in Kurzform auf Papier zu bringen. Unser restliches Gepäck haben wir in dem Hotel in Dar Es Salaam untergestellt. Als Wolfgang vom Tauchen wiederkommt essen wir Mittag und fahren mit dem Dalla Dalla zurück nach Zanzibar Town, von wo aus die Fähre uns nach Dar Es Salaam bringen soll.




 

Diesmal wollen wir schneller sein und nehmen das Speedboat für 35$. Die versprochenen 1½  Stunden werden zwar wieder nicht eingehalten, aber das sind wir nun ja schon fast gewohnt. In Dar Es Salaam angekommen, machen wir uns gleich auf den Weg zum Busbahnhof, um Wilfried und Gerd in Empfang zu nehmen und gemeinsam ins Hotel zu fahren. Ein Abschiedsessen in einem indischen Restaurant der gehobenen Klasse vollendet den letzten Abend der Reise.

 

27.09. Montag

Gerd  und Wolfgang machen sich noch ein letztes mal auf den Weg zur Behörde und erhalten letztendlich auch all die Papiere, die wir für die Ausfuhr der Fische benötigen. Am späten Nachmittag fangen wir an, die Fische mit frischem Wasser und neuem Sauerstoff zu versorgen. Da wir die Zimmer nur einen halben Tag gemietet haben, machen wir uns gegen 20.00 Uhr auf den Weg zum Flughafen, wo wir um 23.30 Uhr abfliegen.

 

28.09. Dienstag

Der Flieger landet so gegen 7.30 Uhr in Amsterdam, von wo aus Wilfried und Wolfgang nach Stuttgart und Gerd und ich nach Hamburg fliegen. Wir beide kommen nach einer Stunde Flug, um 11.15 Uhr in Hamburg an, und werden von Gerds Frau und meinem Freund Sebastian in Empfang genommen. An dieser Stelle noch mal "Danke" Sebastian, dass es mit dem Fahrdienst so gut geklappt hat!

 

Dieser Bericht wurde von Martin Köster zur Verfügung gestellt. Alle Texte und Bilder unterliegen seinem Copyright. Besuchen Sie auch seine Website fischi6.de



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